Homophober Moslem, toleranter Westen?

Vortrag mit Diskussion

Die Vertreibung aus dem Serail: Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt
Männerschwarm, 2008.
Kart. - 168 S. - EUR 16,00.
slamische Staaten geraten durch die Verfolgung „Homosexueller“ immer wieder in den Blickpunkt der Medien, und wenn sich hierzulande deklassierte Halbstarke aggressiv gegenüber Schwulen zeigen, fragt man reflexhaft nach ihrem „kulturellen Hintergrund“. Dabei ist die klassische türkische und arabische Liebeslyrik voll von gleichgeschlechtlichen Motiven, die man in der Literatur des „aufgeklärten“ Abendlands zumeist vergeblich sucht.

Angesichts dieses Widerspruchs zeichnet der Referent die Konzepte mann-männlicher Liebe und Lust in christlichen und muslimischen Gesellschaften vergleichend nach. Er zeigt den historischen Anteil des Westens an der Formierung antihomosexueller Diskurse in der islamischen Welt und belegt, dass auch in Deutschland – trotz aller gegenwärtigen Liberalität – von einer Auflösung des heteronormativen Korsetts keine Rede sein kann.


JENA
Mi, 20. April '11, 19:00 Uhr
Carl-Zeiss-Straße 3
Hörsaal 9
Veranstalter: revolta

KASSEL
Do, 28. April '11, 20:00 Uhr
Nora-Platiel-Straße 6
KUK Raum (0213)
Veranstalter: Kritische Uni Kassel


Über den Referenten

Georg Klauda, Dipl. Soz., geb. 1974, ist Autor des im Oktober 2008 im Hamburger Männerschwarm-Verlag erschienen Buches Die Vertreibung aus dem Serail : Europa und die Heteronormalisierung der islamischen Welt. Er lebt und arbeitet in Berlin.

Rezensionen

„Endlich ein vernünftiger Beitrag zur aufgeheizten Debatte über
Homosexualität und Islam.“ – Queer.de.

„ein Buch, das kenntnisreich mit einer ganzen Reihe von
Ressentiments und rassistischen Vorurteilen aufräumt“ – junge Welt

„Klaudas Verdienst ist es, diesen Wahn und diese ‚grotesken Formen‘
von Schwulenfeindlichlichkeit in den islamischen Ländern in den
Rahmen der rationalen, wie gleichermaßen irrationalen Formen
der Moderne zu stellen.“ – Streifzüge.

„Es ist, um es gleich zu sagen, einer der in Deutschland seit Jahren
profundesten Beiträge zur sexualpolitischen Debatte geworden –
und zugleich eine glänzende Streitschrift wider die Borniertheit,
mit der man sie hierzulande [...] führt“ – Rosige Zeiten.

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